Klimakrise? Die AfD setzt auf Zweifel, Ablenkung und Polarisierung

Die AfD hat ihre Haltung zum Klimawandel in den vergangenen Jahren verändert – nicht aber ihr Ziel. Während sie früher den Klimawandel grundsätzlich bestritt, spricht sie heute von „Klimarealismus“: Klimaveränderungen werden zwar anerkannt, der menschliche Einfluss jedoch bestritten. Die Folge: Klimaschutzmaßnahmen und die Energiewende werden als wirkungslos oder sogar schädlich dargestellt. (Amadeu Antonio Stiftung)

In einem lesenswerten Interview der Amadeu Antonio Stiftung erläutern die Wissenschaftler*innen Janine Patz und Axel Salheiser, wie diese Strategie funktioniert. Demnach nutzt die AfD gezielt Unsicherheiten und Zukunftsängste, um Widerstand gegen notwendige gesellschaftliche Veränderungen zu mobilisieren. Klimaschutz wird als Bedrohung für Wohlstand, Freiheit und nationale Interessen inszeniert. Statt globaler Verantwortung propagiert die Partei nationale Abschottung und das Motto „Deutschland zuerst“.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist die gezielte Infragestellung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die AfD präsentiert ihre Positionen häufig als vermeintlich sachliche „Wissenschaftskritik“ und beruft sich auf pseudowissenschaftliche Netzwerke und Organisationen. Gleichzeitig werden Klimaforscherinnen, Umweltverbände und Klimaaktivistinnen als ideologisch motiviert oder sogar als Gefahr für die Demokratie dargestellt. Begriffe wie „Klimadiktatur“ oder „Klimaterroristen“ sollen Misstrauen schüren und die gesellschaftliche Debatte weiter polarisieren.

Die Autor*innen des Interviews warnen vor den Folgen: Wenn wissenschaftliche Fakten systematisch relativiert und notwendige Klimaschutzmaßnahmen blockiert werden, erschwert das demokratische Lösungen für eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Statt konstruktiver Antworten auf die Klimakrise fördert diese Politik Spaltung, Ressentiments und die Verweigerung von Verantwortung.

Wer verstehen möchte, warum die AfD Klimapolitik so vehement bekämpft und welche politischen Muster dahinterstehen, findet in diesem Interview viele aufschlussreiche Hintergründe. Es zeigt, dass es beim Streit um das Klima längst nicht nur um Umweltpolitik geht, sondern auch um Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen.

Zum Interview: 10 Jahre AfD: „Heimatschutz” statt Klimakrise
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/10-jahre-afd-heimatschutz-statt-klimakrise-95243/