Heute weinen wir. Morgen kämpfen wir. Jetzt erst recht!

Sehr viele Menschen haben bis zur letzten Minute gekämpft: für Demokratie, Menschenwürde und gegenseitigen Respekt. Gegen Hass, Ausgrenzung und die Normalisierung rechtsextremer Positionen.

Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist für uns erschütternd.

Auch die 13 OMAS GEGEN RECHTS aus dem Landkreis Ebersberg, die seit Freitag in Magdeburg vor Ort waren, erleben diese Enttäuschung unmittelbar. Wir haben Menschen getroffen, die mit großem Engagement für die Demokratie gekämpft haben. Menschen, die nicht bereit sind, ihr Land denjenigen zu überlassen, die Angst und Hass säen und unsere Gesellschaft spalten wollen.

Und doch nehmen wir aus Magdeburg neben aller Enttäuschung auch etwas anderes mit: eine große Dankbarkeit und Solidarität. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort haben uns tief berührt.

Uta: „Viele Menschen – jung und alt – haben uns auf offener Straße, also nicht nur in der eigenen ‚Blase‘, dafür gedankt, dass wir da sind, dass wir gekommen sind. Das hat mich persönlich immer wieder sehr berührt!“

Diese Erfahrungen machen Mut. Sie zeigen: Wir sind nicht allein. Es gibt überall Menschen, die sich Sorgen um unsere Demokratie machen – und die bereit sind, für sie einzustehen.

Auch Silvia berichtet von diesen Begegnungen: „Wir haben Menschen getroffen, die mit großem Engagement für die Demokratie gekämpft haben. Menschen, die sich bei uns für das Kommen bedankt haben. Menschen, die nicht bereit sind, ihr Land denjenigen zu überlassen, die es – so sind sich Wirtschaftsexperten einig – nachhaltig beschädigen und schwächen werden.“

Heute ist ein Tag der Trauer. Ein Tag der Fassungslosigkeit. Vielleicht auch ein Tag der Angst. Aber es darf kein Tag der Resignation werden.

Heute weinen wir. Morgen kämpfen wir.

Denn gerade jetzt steht so viel auf dem Spiel. Unsere Demokratie ist nicht selbstverständlich. Menschenwürde ist nicht verhandelbar. Freiheit, Vielfalt und ein respektvolles Zusammenleben müssen jeden Tag aufs Neue verteidigt werden.

Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass menschenfeindliche Positionen als normale politische Meinung behandelt werden. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Lügen, Desinformation und sogenannte „gefühlte Wahrheiten“ die politische Debatte bestimmen.

Es braucht eine Brandmauer gegen Bullshit, wie Christian Stöcker in seiner aktuellen Spiegel-Kolumne ausführt.

Eine Brandmauer gegen die gezielte Verbreitung von Unwahrheiten, gegen Hetze, gegen die Erzählung, einfache Antworten könnten die komplizierten Probleme unserer Zeit lösen. Gegen die permanente Spaltung in „wir“ und „die anderen“.

Und es braucht Menschen, die widersprechen. Menschen, die zuhören, erklären und Haltung zeigen. Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen. Menschen, die aufstehen, wenn Demokratie und Menschenwürde angegriffen werden.

Wir OMAS GEGEN RECHTS werden das weiterhin tun.

Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist ein Warnsignal. Aber er ist nicht das Ende. Überall im Land stehen Menschen zusammen. Sie engagieren sich in Initiativen, Vereinen und Bündnissen. Sie gehen auf die Straße. Sie widersprechen im Alltag. Sie geben die Hoffnung nicht auf.

Wir gehören dazu.

Unsere Enttäuschung ist groß. Unsere Sorge ist groß.

Aber unsere Entschlossenheit ist größer.

Jetzt erst recht!

Für Demokratie, für Menschenwürde, für Respekt und Zusammenhalt.
Jetzt erst recht gegen Hass und Hetze. Jetzt erst recht gegen Rechtsextremismus und seine Verharmlosung.

Wir werden nicht schweigen, nicht wegsehen und nicht aufgeben.

Sachsen-Anhalt, wir stehen zusammen.

Und wir kämpfen weiter – gemeinsam, entschlossen und solidarisch.

Heute weinen wir. Morgen kämpfen wir. Jetzt erst recht.