„Für dich. Für uns. Für alle.“ – Warum Schweigen keine Option ist

„Für dich. Für uns. Für alle.“ Unter diesem Motto feierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Pfingstsamstag den Geburtstag des Grundgesetzes und zugleich das Ehrenamt. Zu Recht. Denn im täglichen Miteinander – ob im Sportverein, im Repair-Café oder bei den zahlreichen Einsätzen für Umwelt- und Artenschutz – schlägt das Herz unserer Demokratie.

Auch in Ebersberg wurde die Demokratie sichtbar gefeiert. In der Altstadtpassage informierten Vertreterinnen und Vertreter von BUNT STATT BRAUN, während die OMAS GEGEN RECHTS auf dem Marienplatz mit Liedern, Quiz, Glücksrad und Liebesbriefen an die Demokratie für demokratische Werte warben. Solche Aktionen zeigen: Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Widerspruch gegen Ausgrenzung und vom Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger.

Viele Menschen spüren einen schleichenden Rechtsruck in Politik und Gesellschaft. Besonders besorgniserregend ist dabei nicht nur der Zulauf zu einer rechtsextrem eingestuften Partei selbst, sondern die zunehmende Verschiebung der Sprache und Positionen anderer Parteien. CDU und CSU, zunehmend aber auch die SPD, übernehmen Begriffe, Themen und Forderungen der rechtsextremen Demokratiefeinde – in der Hoffnung, verlorene Wähler zurückzugewinnen. Doch diese Strategie ist gefährlich.

Was noch vor einem Jahr Empörung ausgelöst und Hunderttausende auf die Straße gebracht hat, wird heute immer häufiger als normale politische Debatte behandelt. Härtere Worte gegen Geflüchtete, pauschale Schuldzuweisungen und Forderungen nach immer mehr Abschottung sickern Schritt für Schritt in Medien, Diskussionen und den Alltag ein. So verschiebt sich die Grenze dessen, was als akzeptabel gilt.

Doch Demokratiefeinde werden nicht geschwächt, indem demokratische Parteien ihre Sprache übernehmen. Im Gegenteil: Wer rechtspopulistische Narrative bestätigt, stärkt am Ende das Original. Die rechtsextreme „Katastrophe für Deutschland“ lebt davon, Ängste zu schüren und Menschen gegeneinander auszuspielen. Dem darf man nicht hinterherlaufen, sondern muss klar widersprechen.

Gerade deshalb sind Aktionen wie jene von BUNT STATT BRAUN und den OMAS GEGEN RECHTS so wichtig. Sie erinnern daran, dass Demokratie Haltung braucht: Respekt vor der Menschenwürde, Solidarität und den Mut, Grenzen gegen Hass und Ausgrenzung zu ziehen.

„Für dich. Für uns. Für alle.“ darf deshalb nicht nur eine Feierformel bleiben. Es muss ein Auftrag sein – für eine offene, demokratische und menschliche Gesellschaft.